Anlagepolitik

Anlagepolitik gem. § 234 i VAG

Die Zusatzversorgungskasse ist eine Solidarkasse des Bäckerhandwerks. Aufgrund der Änderungen des Tarifvertrages mit Wirkung zum 31.12.2002 durch die Tarifvertragsparteien – Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. und Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten – befindet sich die Zusatzversorgungskasse in der Abwicklung. Infolgedessen sind die Betriebe seit dem 01.01.2003 von der Beitragspflicht befreit. Damit stellen die Erträge aus Kapitalanlagen die einzige Einnahmegrundlage dar, und die Sicherstellung der nachhaltigen Ertragskraft aus Kapitalanlagen zur Erfüllung der versicherungstechnischen Verpflichtungen bildet ein elementares strategisches Ziel bei der Anlagepolitik. 

Die Anlagestrategie der Zusatzversorgungskasse ist darauf ausgerichtet, durch eine diversifizierte Mischung und Streuung der Kapitalanlagen möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität zu gewährleisten, um damit die Erfüllbarkeit ihrer Verpflichtungen dauerhaft sicherzustellen. Um Schwankungen im Kapitalmarkt besser kompensieren zu können, verfolgt die Zusatzversorgungskasse eine mittelfristige Anlagestrategie.

Kapitalanlagen werden, sofern ein Rating vorliegt, aufgrund der kassenspezifischen Vorgaben und Anlagepolitik überwiegend im Investmentgrade-Bereich getätigt.  Durch die Auslagerung des überwiegenden Teils der Kapitalanlagen in vier Spezialfondsmandate wird eine professionelle Verwaltung und Überwachung sichergestellt. Im Direktbestand der Kasse befinden sich überwiegend Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Zur Stabilisierung der Kapitalerträge aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus hat die Kasse in 2017 begonnen, Investments in Immobilienanlagen aufzubauen. In 2020 wurde ein Spezialfondsmandat von den ehemals fünf Mandaten aufgelöst. Die hieraus freigewordenen Gelder wurden zum einen in ein bereits bestehendes Spezialfondsmandat übertragen, zum anderen wurden Commitments für einen Logistik Fonds und einen Infrastrukturfonds für erneuerbare Energien abgegeben. Um Korrelationen zu vermeiden, sollen in 2021 die restlichen Gelder in geeignete Asset-Klassen mit verschiedenen Nutzungsarten investiert werden.

Ökologische, soziale, ethische und die Unternehmensführung betreffende Faktoren finden grundsätzlich Beachtung und werden über Ausschlusskriterien berücksichtigt. So wird nicht investiert in Hersteller von Minen, von atomaren, biologischen und chemischen Waffen (ABC-Waffen), von uranhaltiger Munition sowie Streumunition. Ebenso sind Finanzprodukte für Agrarrohstoffe (Lebensmittelspekulation) ausgeschlossen. Unter dem Grundsatz der Proportionalität ist eine vollumfängliche Berücksichtigung derzeit nicht möglich, da die Kosten eines Systems zur Überwachung der Bedeutung und Wesentlichkeit dieser Faktoren in keinem Verhältnis zur Größenordnung der Zusatzversorgungskasse stehen.

Auf Basis des unternehmensindividuellen Gesamtrisikos hat die Kasse ein Risikotragfähigkeitskonzept entwickelt, welches darlegt, wie viel Risiko-deckungspotenzial insgesamt zur Verfügung steht und wie viel davon zur Abdeckung aller wesentlichen Risiken verwendet werden könnte. Die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Kapitalausstattungsanforderungen bildet dabei die Untergrenze für die notwendige Risikotragfähigkeit. Im Rahmen der strategischen Überlegungen hat die Geschäftsleitung die angestrebten Ertrags- bzw. Kapitalziele festgelegt.