Anlagepolitik

Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik gem. § 234 i VAG

Die Zusatzversorgungskasse ist eine Solidarkasse des Bäckerhandwerks. Die Betriebe des Bäckerhandwerks waren aufgrund von allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträgen verpflichtet, Beiträge nach tarifvertraglich festgelegten Kriterien an die Zusatzversorgungskasse zu zahlen. Aufgrund der Änderungen des Tarifvertrages mit Wirkung zum 31.12.2002 durch die Tarifvertragsparteien – Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. und Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten – befindet sich die Zusatzversorgungskasse in der Abwicklung. Infolgedessen endet die Beitragspflicht der Betriebe ab dem 01.01.2003. Die Versicherungsverhältnisse zu diesem Zeitpunkt noch tätiger Versicherter erlöschen zum 31.01.2003.

Zweck der Kasse ist die Gewährung von Beihilfeleistungen an ehemalige sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer der Betriebe des Bäckerhandwerks zur Rente wegen voller Erwerbsminderung oder zur Altersrente der sozialen Rentenversicherung. Beihilfen zur Altersrente bis zu einer Höhe von
15 € monatlich können als Einmalzahlung abgefunden werden.

Strategie

Durch den Wegfall der Beitragsleistungen zum 31.12.2002 stellen die Erträge aus Kapitalanlagen die einzige Einnahmegrundlage der Kasse dar. Die Anlagestrategie der Zusatzversorgungskasse ist darauf ausgerichtet, durch eine diversifizierte Mischung und Streuung der Kapitalanlagen möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität zu gewährleisten. Um Schwankungen im Kapitalmarkt besser kompensieren zu können, verfolgt die Zusatzversorgungskasse eine mittelfristige Anlagestrategie. Die Überprüfung der Anlagepolitik erfolgt grundsätzlich alle drei Jahre bzw. anlassbezogen bei sich wesentlich ändernden politischen, aufsichtsrechtlichen oder Kapitalmarktbedingungen. Die Sicherstellung der nachhaltigen Ertragskraft aus Kapitalanlagen zur dauerhaften Erfüllung der versicherungstechnischen Verpflichtungen gegenüber den Beihilfeempfängern bildet ein elementares strategisches Ziel bei der Anlagepolitik. 

Anlagepolitik

Die Kapitalanlagepolitik der Kasse unterliegt gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen und Beschränkungen. Bei der Anlage des Sicherungsvermögens muss insbesondere die Anlagenverordnung für Pensionskassen, Sterbekassen und kleine Versicherungsvereine berücksichtigt werden. Des Weiteren sind die gesetzlichen Vorschriften zur jederzeitigen Bedeckung der Verpflichtungen und der Eigenkapitalvorgaben zu beachten. Das angestrebte Renditeziel der Kasse ist, jährlich den Rechnungszins zuzüglich der Verwaltungskosten zu erwirtschaften. Kapitalanlagen werden, sofern ein Rating vorliegt, aufgrund der kassenspezifischen Vorgaben und Anlagepolitik primär im Investmentgrade-Bereich getätigt.  Durch die Auslagerung des überwiegenden Teils der Kapitalanlagen in einen AIF Spezialfonds mit vier Managermandaten wird eine professionelle Verwaltung und Überwachung sichergestellt. Im Direktbestand der Kasse befinden sich vorwiegend Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Vor dem Hintergrund des seit Jahren anhaltenden niedrigen Zinsniveaus hat die Kasse ihre Asset Allokation zur Stabilisierung der Kapitalerträge sukzessive verändert. So wurde in 2021 der Immobilienbereich weiter erhöht. Die Immobilienquote betrug zum 31.12.2021 16,52 % der Kapitalanlagen. Durch Investition in alternative Kapitalanlagen wurde die Diversifizierung der Kapitalanlagen erweitert. Bei der Anlage sind den Versorgungsanwärtern keine Wahlmöglichkeiten eingeräumt.

Anlagepolitik unter ESG-Kriterien

Ökologische, soziale, ethische und die Unternehmensführung betreffende Faktoren finden grundsätzlich Beachtung und werden über Ausschlusskriterien berücksichtigt. So wird nicht investiert in Hersteller von Minen, von atomaren, biologischen und chemischen Waffen (ABC-Waffen), von uranhaltiger Munition sowie Streumunition. Ebenso sind Finanzprodukte für Agrarrohstoffe (Lebensmittelspekulation) ausgeschlossen. Unter dem Grundsatz der Proportionalität ist eine vollumfängliche Berücksichtigung derzeit nicht möglich, da die Kosten eines Systems zur Überwachung der Bedeutung und Wesentlichkeit dieser Faktoren in keinem Verhältnis zur Größenordnung der Zusatzversorgungskasse stehen.

Risikobewertung und Risikosteuerung

Die Anforderungen an das Risikomanagement sind von den regulatorischen Vorgaben sowie der anhaltenden Niedrigzinssituation geprägt. Auf Basis des unternehmensindividuellen Gesamtrisikos hat die Kasse ein Risikotragfähigkeitskonzept entwickelt, welches darlegt, wie viel Risiko-deckungspotenzial insgesamt zur Verfügung steht und wie viel davon zur Abdeckung aller wesentlichen Risiken verwendet werden könnte. Die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Kapitalausstattungsanforderungen bildet dabei die Untergrenze für die notwendige Risikotragfähigkeit. Im Rahmen der strategischen Überlegungen hat die Geschäftsleitung die angestrebten Ertrags- bzw. Kapitalziele festgelegt.

Die biometrischen Risiken werden durch den Aktuar im Rahmen seines jährlichen versicherungsmathematischen Gutachtens zur Berechnung der Deckungsrückstellung  berücksichtigt.

Bad Honnef, 30.3.2022

Der Vorstand

Daniel Schneider                 Peter Störling